Enttabuisierung: Über das Sterben sprechen heißt, das Leben verstehen Vortragsangebote des Raphael Hospiz Salzburg für junge Menschen Salzburg, 27.02.2026. Während Tod und Sterben früher im Leben von Großfamilien selbstverständlich präsent waren, erleben viele Menschen diese Themen heute als fern und abstrakt. Medizinischer Fortschritt, institutionelle Betreuung und ein gesellschaftliches Schweigen haben dazu geführt, dass das Sterben aus dem sichtbaren Lebensalltag verschwunden ist. Tritt es dennoch ein, fühlen sich viele Betroffene und Angehörige überfordert. „Wir erleben immer wieder, dass Menschen sich im ersten Moment fremdbestimmt fühlen“, sagt Ellen Üblagger, ärztliche Leiterin des Raphael Hospiz Salzburg. „Je mehr Wissen und Verständnis für das Sterben vorhanden ist, desto besser können Menschen mit dieser existenziellen Situation umgehen.“ Genau hier setzt die Arbeit des Raphael Hospiz Salzburg an: mit Wissen, Offenheit und einer Haltung, die den Tod nicht dramatisiert, aber auch nicht ausklammert. Ziel ist es, Sterben und Tod wieder als das begreifbar zu machen, was sie sind – ein natürlicher Teil des Lebens. Vorträge nun auch für Oberstufenklassen Ein zentraler Baustein dieser Arbeit sind Fachvorträge, die Mitarbeitende des Hospizes seit Jahren für Interessierte, Angehörige, Schüler und Schülerinnen fachspezifischer Ausbildungen und Fachkräften in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen anbieten. Ab sofort richtet sich dieses Angebot auch gezielt an Oberstufenklassen. „Mit diesem Angebot möchten wir vor allem junge Menschen erreichen und früh einen offenen, respektvollen Zugang zu den Themen Hospiz und Sterben ermöglichen“, erklärt Arno Buchacher, Direktor und Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Salzburg, Träger des Raphael Hospiz Salzburg. „Denn nur was angesprochen wird, kann auch verstanden und verarbeitet werden und ermöglicht eigenen Reaktionsspielraum.“ Einblicke in eine oft unbekannte Welt Was ist ein Hospiz? Wie sieht die Begleitung schwerstkranker Menschen aus? Und was bedeutet würdevoll sterben konkret? Diese und viele weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Vorträge. Ergänzt werden sie durch Filmbeiträge – darunter der mit dem Salzburger Landespreis für Kommunikation ausgezeichnete Kurzfilm „Gute Reise“ – sowie durch Interviewvideos mit Angehörigen, Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden des Hospizes. Sie geben einen authentischen Einblick in das Leben und Arbeiten im Hospizalltag. Bewusst eingeplant ist auch ausreichend Zeit für Fragen und Gespräche. Die Vorträge sind altersgerecht aufbereitet und eignen sich als praxisnahe Ergänzung zum Ethikunterricht sowie zum überkonfessionellen Religionsunterricht. Termine ab sofort buchbar Die rund 90-minütigen Vorträge werden von Fachexpertinnen des Raphael Hospiz Salzburg durchgeführt, sind kostenfrei und finden direkt an den Schulen statt. Bei Interesse und für weitere Informationen wenden Sie sich an: raphael.hospiz@bbsalz.at.