Konisation ohne Vollnarkose: Weniger Belastung und schnellere Erholung für Patientinnen Barmherzige Brüder Salzburg bieten tagesklinische Behandlung bei Frühformen und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs Salzburg, 03.03.2026. Jährlich ist bei rund 6000 Frauen in Österreich eine Konisation, auch Kegelschnitt-Operation genannt, nötig. Dabei wird ein kegelförmiges Stück (Konus) des Gebärmutterhalses entfernt, um bei Patientinnen mit auffälligem PAP-Abstrich Frühformen und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu entfernen und zu verhindern, dass sich später ein Zervixkarzinom entwickelt. Nach dem Konventhospital Linz bietet nun auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg – als zweites Krankenhaus in Österreich – dieses Verfahren ohne Vollnarkose an. Für die Patientinnen bietet die Operation mit Lokalanästhesie gleich mehrere Vorteile: Da die nach Vollnarkosen obligatorische mehrstündige Überwachung entfällt, können die Patientinnen viel rascher nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen. „Auch die Vorbereitungszeit ist verkürzt und die Patientin hat den gesamten Eingriff schon nach rund 90 Minuten überstanden“, erklärt Primar Josef Maier, Leiter der Abteilung für Gynäkologie. Ebenso entfallen mögliche Nebenwirkungen von Anästhesiemedikamenten und die Patientinnen müssen in der ersten Nacht daheim nicht mehr von Angehörigen überwacht werden. Entlastung für Patientinnen sowie Krankenhaus-Ressourcen In Linz, wo die Operation bereits seit 2021 ohne Vollnarkose angeboten wird, wurden bereits mehrere hundert Patientinnen behandelt. Die überwiegende Mehrheit zeigte sich in Nachbefragungen überzeugt und würde den Eingriff wieder unter lokaler Betäubung durchführen lassen. „Diese positiven Erfahrungen und der enge Austausch mit den Kollegen in Linz haben uns dazu bewogen, das Operationsverfahren auch in Salzburg einzusetzen“, so Primar Josef Maier. „Die tagesklinische Konisation ist ein großer Mehrwert für unsere Patientinnen. Die verkürzte Behandlungszeit schafft sowohl Ressourcen beim Personal als auch im OP-Saal. Wir freuen uns sehr, dieses Verfahren nun ebenfalls in Salzburg anbieten zu können“, betont Direktor Arno Buchacher, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Salzburg. HPV, Gebärmutterhalskrebs und Konisation Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit verbreitet und stellen die Ursache für Krebsvorstufen und Krebserkrankungen am Gebärmutterhals dar. Der internationale HPV-Tag am 4. März soll mehr Aufmerksamkeit für ein Thema erzeugen, das fast alle betrifft: Mehr als 80 Prozent der in Österreich lebenden Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit dem Virus in Kontakt. Patientinnen mit auffälligem PAP-Test (Abstrich zur Gebärmutterhals-Früherkennung) benötigen häufig eine Gewebeentnahme. Wird diese, wie bei den Barmherzigen Brüdern Salzburg, ohne Vollnarkose durchgeführt, wird nach Desinfektion und lokaler Betäubung Gewebe des äußeren Muttermundes entfernt. Tiefe und Breite der Entnahme richten sich nach Lebensalter und möglichem Kinderwunsch der Patientin und der Ausdehnung der Veränderung. Alle Patientinnen bleiben während der Operation bei vollem Bewusstsein, vollkommen schmerzfrei und können bereits nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen.